Erik Wikki Autor und Vorlesekünstler

Handy an Bord

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Friederike und Rathaus unter Beobachtung

Wo? – Bei Friederike. – Wo?

Ihr Telefon lag heute nicht im Wohnzimmer, sondern gleich am Bett. Augenblicklich war sie wach.
„Morgen, Chefin“, hörte McAshford Gerbers Stimme. Sie schaltete das Licht ein und sah auf den Wecker: zwanzig vor fünf.
„Morgen, Gerber.“ McAshford richtete sich in ihren Kissen auf und zog die Beine an.
„Julias Handy, Chefin.“
„Wo?“
„Bei Friederike.“
„Wo?“
„Eins der Museumsschiffe im Hauptkanal. Das vor dem Rathhaus. Die Streife ist schon da.“
„Ist es schlimm?“
„Da ist nichts, Chefin. Gar nichts.“
„Wie meinen Sie das?
„So, wie ich es sage. Keine Spur von einem Körperteil.“
„Was ist mit dem Handy?“
„Liegt an Deck, Chefin.“
„Es war also jemand auf dem Schiff?“
„An Deck, ja. Unter Deck, nein.“
„Kommt man denn unter Deck?“
„Nur, wenn man einen Schlüssel hat.“
„Dann schlage ich vor, Gerber, wir besorgen uns einen.“

Auszug aus Papenburger Puppenspieler, Die neue Woche. Schändlich, abartig, gottlos.
Erik Wikki © 2015

 

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Des Nachts beim Schiff in der City …

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… am Abend sieht es so aus