Erik Wikki Autor und Vorlesekünstler

Papenburg. Am Hauptkanal links und rechts

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Eine der zahlreichen Querungen über den Hauptkanal

Spaziergang

McAshford schlenderte über eine enge Holzbrücke und wechselte auf die andere Kanalseite. Sie sah sich um. Diese Einkaufsstraße besaß Charme. Auf beiden Seiten durften Lieferwagen im Schritttempo rollen. Auf der einen in die eine Richtung, auf der anderen in die andere. Aber es rollten wenige. Es gab viel mehr Brücken als Autos. Manche dieser zahlreichen Querungen waren für Kraftrollzeuge sogar freigegeben. Die meisten blieben den Fußgängern und Fahrradfahrern vorbehalten.
Keine Brücke glich einer anderen, und das bei der Vielzahl. Sie wohnte erst seit wenigen Tagen hier. Bislang hatte sie noch kein Auge für derlei Bauwerke gehabt. Jetzt aber schaute sie hin. Manche besaßen Aufbauten mit Türmchen und Glöckchen, manche nur ein schlichtes Geländer. Andere waren mehr einem Steg über einem Bach nachempfunden, und die hier, sah die nicht aus wie Die Brücke von Arnheim? So viele Brücken und Bögen und Stege und Viadukte … Diese Menge brauchte doch kein Mensch, schon gar nicht bei einem Kanal, über den geübte Menschen drüberspringen konnten. Das war natürlich übertrieben, der Weltrekord im Weitsprung lag irgendwo um neun Meter herum. Die Ufer mochten vielleicht einen oder zwei Schritte zu weit für den Weltrekordhalter voneinander entfernt sein. Möglicherweise brauchte ja die Kunst so viele Übergänge. Künstler konnten immer Unterstützung gebrauchen, und hübsch sah es allemal aus.

Auszug aus: Papenburger Puppenspieler, Teile und andere Leichen, Kapitel 7
Erik Wikki © 2015

 

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Blick von einer Brücke zur nächsten